Vermögensriese Blackrock: Von Links als Klimaheuchler kritisiert, von Rechts als zu sozial und umweltfreundlich geschmäht

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock ist zwischen die Fronten geraten. Während Linke dem Giganten für seine nachweislich klimaschädlichen Geschäfte kritisieren, ziehen Rechte Millionen Dollars ab, weil Konzernchef Larry Fink sich negativ über fossile Energien äußert.

Texas’ Hauptstadt Austin: US-Öl-Dorado droht Blackrock mit Abzug von Geldern (Foto: Kate Baucherel / pixabay)

Die eine Szene spielte sich in München ab, die andere in den USA. In der bayrischen Landeshauptstadt verschmierten Umweltaktivisten den Eingang des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock am Lenbacher Platz mit klebrigem braunem Öl und klebten sich an die Tür des Gebäudes, weil der US-Gigant weiterhin an klimaschädlichen Geschäften mitverdiene. Auf der anderen Seite des Atlantiks zog der Finanzminister des US-Bundesstaates Missouri, der Republikaner Scott Fitzpatrick, 500 Millionen Dollar seiner Pensionfonds von Blackrock ab, weil das Unterenehmen bei der Geldanlage zu sehr Kriterien des Umweltschutzes sowie der Sozialen und guten Unternehmensführung in den Mittelpunkt stelle. Damit spitzt sich beim Thema Geldanlage die Auseinandersetzung zwischen Klimaschützern und rechten Politikern mit Hang zu fossilen Energien im weiter zu, sowohl weltweit als auch allen voran in den USA.

Klimaverharmloser machen Druck

In den Vereinigten Staaten ist Missouri nicht der einzige Bundesstaat, der von Republikanern regiert wird und der mit dem Abzug von Millionen reargiert, wenn ihr Geld zunehmend in Unternehmen fließt, die sich um eine umweltgerechte, soziale und gute Unternehmensführung (abgekürzt: ESG) bemühen. Zu den rechten bis reaktionären Klimaverharmlosern und Öl- und Gasbefürwortern zählen unter anderem die Regierung von Lousiana, die von Blackrock 800 Millionen Dollar abzog, und Texas’ Gouverneur Ron DeSantis, der Blackrock damit bereits drohte.

Blackrock protzt mit Investments in Energiekonzerne

Wie Blackrock aus der Zwickmühle kommt, werden die kommenden Monate und Jahre zeigen. Denn die Rechten rüsten immer mehr gegen ihrer Ansicht nach zu viel ESG in der Wirtschaft. Zwar ist der Anteil der abgezogenen Gelder am Gesamtvermögen, das der Vermögensverwalter unter seinen Fittichen hat, verschwindend gering. Und die weltweiten ESG-orientierten Anlagen dürften sich laut der Beratungsgesellschaft PWC bis 2026 auf rund 34 Billionen Dollar fast verdoppeln. Gleichwohl ist der Aktienkurs von Blackrock nach dem Boykott von Missouri und den Drohungen aus Texas in letzter Zeit stark gesunken. Das hat das Unternehmen offenbar animiert, gegenüber seinen rechten Kritikern damit zu protzen, 170 Milliarden Dollar in börsengelistete US-Energiekonzerne investiert zu haben.

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