Wintershall Dea: Fette Profite mit russischem Gas

Der Gas- und Ölförderer Wintershall Dea hält nicht viel von einem Embargo gegen Putin. Lieber verdient er sich eine goldene Nase und verschmutzt weiter die Umwelt.

Fotomontage zur Abhängigkeit Europas von russischem Gas
Europas Abhängigkeit von russischem Gas Wintershall Dea kennt keine Skrupel – trotz Krieg Fotomontage: Alexey Hulsov/Pixabay

In ihrem Internet-Auftritt bekennt sich die Tochtergesellschaft des Ludwighafener Chemieriesen BASF unter “Woran wir glauben” zum aktiven Klimaschutz. Umweltschützer halten das für unglaubwürdig. Schlimmer noch: So wirft etwa die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den Wintershall-Managern vor, sich auf Kosten der Ukraine am Geschäft mit russischem Öl und Gas schamlos zu bereichern, statt die Rohstoffe des Kriegstreibers zu boykottieren und den fossilen Rückwärtsgang einzulegen. Motto: Mammon geht vor Moral.

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Am Geschäft mit russischem Gas klebt Blutgeld

DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner nimmt kein Blatt vor den Mund. “BASF und Wintershall Dea heizen die Klimakrise an und befeuern mit dem transportierten und verkauften
Gas Russlands Krieg gegen die Ukraine.” Er sieht nur eine mögliche Konsequenz: “Wintershall Dea muss sofort alle seine Geschäfte in und mit Russland stoppen.”

Müller-Kraenner beruft sich auf ein gerade veröffentlichtes Gutachten der britischen Umweltorganisation Global Witness. Demnach bewegte das Unternehmen seit Jahresbeginn russisches Gas im Marktwert von mehr als 14 Milliarden Euro nach und durch Deutschland. In der Menge stecken laut DUH 53 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2). Allein im ersten Quartal dieses Jahres strich Wintershall Dea dem Gutachten zufolge 400 Millionen Euro (bereinigtes Nettoergebnis) mit seinen sibirischen Öl- und Gasfeldern ein.

Konzern lehnt Rückzug ab

Den Anti-Gas-Aktivist und Global-Witness-Berater Andy Gheorghiu empört das. “BASF und Wintershall Dea sind direkte Unterstützer dieses fossil-gestützten Machtsystems, das Menschenrechte und Menschenleben missachtet.”

Wirklichen Eindruck hinterlässt die Anklage in den Chefetagen der beiden Konzerne offensichtlich nicht. Zwar kündigte Wintershall Dea-Chef Mario Mehren Ende April an, keine neuen Projekte in Wladimir Putins Reich starten zu wollen. Doch an seinen Beteiligungen halte das Unternehmen fest, bekräftige Mehren.

Viele Öl- und Gasmultis unter den Kriegsgewinnlern

Der Konzern ist nicht der einzige Kriegsgewinnler, den von steigenden Energiepreisen profitiert, befeuert vom Überfall auf die Ukraine. Ob Saudi Aramco, Shell oder BP – fast alle Gas-und Ölmultis sahnen ab und fahren Rekordgewinne ein. Und stecken das meiste Geld – entgegen ihrer Lippenbekenntnisse – in die Erschließung fossiler Quellen. Investitionen in Erneuerbare fallen dagegen denkbar gering aus: Klimakrise hin oder her.

Mehr: DUH globalwitness tagesschau

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