Deutschland braucht mehr E-Autos für Erreichung der Klimaziele

Fraunhofer-Studien bestätigen: Rein elektrische Fahrzeuge emittieren etwa halb so viel Klimagase wie Benziner. Sie sind auch unter Energie-Aspekten die am meisten effiziente Lösung.

Fraunhofer-Institut Klimaziele werden vor allem durch Umstieg auf E-Auto erreicht (Mikes-Photographie/Pixabay)

Ein Vollstromer erzeugt selbst mit dem heutigen Strommix die geringsten Treibhausgas-Emissionen – die Herstellung eingeschlossen. Mit dem steigenden Anteil Erneuerbarer Energien wird der Vorsprung des E-Autos im Vergleich zum Benziner bis 2030 auf fast 60 Prozent steigen.

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Selbst die vielgescholtenen Steckerhybride können kurzfristig einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Jedoch nur dann, wenn sie mindestens 40 Prozent ihrer Fahrten elektrisch zurücklegen. Mittel- und langfristig müssten sie aber mit synthetischen Kraftstoffen wie Methanol betrieben werden. Deshalb sehen die Forscher des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe die Lade-Hybrid-Mobilität nur als Brückentechnologie.

Nur wenig teurer

Doch inwieweit sind E-Autos wirtschaftlich? Die Wissenschaftler am Fraunhofer ISI haben zur Klärung dieser Frage den sogenannten Total-Cost-of-Ownership-Ansatz berücksichtigt. Diese Vorgehensweise bezieht sämtliche Kosten für Anschaffung und Nutzung eines Autos ein, vernachlässigt aber Versicherung und Abgaben. Bei letzteren handele es sich lediglich um Verschiebungen innerhalb einer Volkswirtschaft. Diese seien darüber hinaus abhängig von politischen Entscheidungen. Bei diesem Ansatz zeigte sich allerdings, dass Vollstromer geringfügig teurer sind als zum Beispiel Dieselfahrzeuge. Dies gilt jedoch nur für 2020 erworbene Vehikel. In den kommenden Jahren gleichen sich die Kosten immer mehr an.

Die Forscher interessierten sich in einer Parallelstudie auch für die Frage, wie stark die deutsche Automobilwirtschaft auf die Verkehrswende vorbereitet ist. Überraschend: Zwar verzeichneten die USA über den untersuchten Zeitraum von 2005 bis 2017 die meisten Patentanmeldungen beim autonomen Fahren. Die Techniken für das assistierte Fahren einbezogen, steht jedoch Deutschland an erster Stelle.

Deutschland führend bei Patenten für E-Autos

Führend sind deutsche Hersteller auch bei den Anmeldungen von Patenten für Vollstromer und anderen nachhaltigen Antriebstechniken wie Brennstoffzellen. Bei den Patenten für konventionelle Antriebe hingegen rangieren die Deutschen schon seit 2008 hinter den japanischen Autobauern nur noch auf dem zweiten Platz.

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