Entrümpeln Sie Ihr Leben! Öko-Freunde setzen auf Minimalismus

20 Handtücher, 15 Tischdecken, zwei Smartphones, zwei Autos. Abos bei Netflix, Spotify, Amazon Video und der Mucki-Bude. Die Wochenenden der nächsten Monate verplant für Reisen zu Freunden in Hamburg, Amsterdam und Frankfurt. Nicht zu vergessen die Ausstellungen in Paris und Bochum. Minimalismus macht Schluss mit einem vermüllten Leben.

Gut leben in der Leichtigkeit des Seins Minimalismus verkleinert auch den ökologischen Fußabdruck (Gitti Moser/Pixelio.de)
Gut leben in der Leichtigkeit des Seins Minimalismus verkleinert auch den ökologischen Fußabdruck (Gitti Moser/Pixelio.de)

Weniger ist mehr. So lautet die erste Regel des Minimalismus. Die neue Lebensform entmüllt Raum, Alltag und Seele. Nicht nur vom siebten Küchenmesser, dem dreizehnten Paar Schuhe und dem neunzehnten T-Shirt. Auch dem Digi-Müll im Rechner und dem prallvollen Terminkalender geht es an den Kragen. Die Ultras unter den Minimalisten forsten sogar ihren aufgeblähten Freundeskreis durch. Anbei ein paar Tipps für den Einstieg in eine leichtere Lebensform mit kleinerem ökologischen Fußabdruck.

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  • Was wollen Sie? Und was nicht?

Minimalisten beschränken sich auf das Wesentliche. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Stellen Sie sich die Frage: Will ich das wirklich? Oder meine ich nur, das zu wollen? Oft lassen wir uns von anderen leiten. Treiben ungewollt im großen Strom mit. Hier finden Sie Tipps, wie Sie sich durch Achtsamkeitsübungen auf das für Sie Wesentliche konzentrieren. Klar: Achtsamkeit ist groß in Mode. Doch hinter dem abgenutzten Begriff steckt eine ernst zu nehmende Philosophie.

  • Trennen Sie sich von überflüssigem Kram!

Der normale Deutsche besitzt über 10 000 Sachen. Viele dieser Dinge sind seit Jahren nicht mehr angefasst worden. Oder die Besitzer wissen nichts mehr von ihrer Existenz. Manchmal fällt es leichter, Sachen zu verschenken oder auf Ebay oder dem Trödelmarkt zu verticken. Andere mindern den Trennungsschmerz, indem sie jeden Gegenstand in die Hand nehmen und sich fragen: Fühle ich mich gut damit. Wenn nicht: Weg damit!

  • Auch Bücher können Müll sein

Eine umfassende Bibliothek gilt vielfach noch immer als Ausweis umfassender Bildung. Und nur zu oft dienen die Bücherwände als soziales Unterscheidungsmerkmal. Fragen Sie sich, an welchen Büchern Sie hängen. Welche Bücher für Sie in Ihrer Bibliothek wichtig sind, auch wenn Sie sie seit Jahren nicht mehr gelesen haben. Lösen Sie sich von Ihren Denkgewohnheiten. Wir leben im digitalen Zeitalter. Genau genommen brauchen wir gedruckte Bücher immer weniger. Ob Sie Karl Marx oder Ernst Jünger auf dem Handy oder auf Papier lesen, macht keinen großen Unterschied. Geben Sie lieber ein Buch zu viel als zu wenig weg. Auf die Inhalte können Sie jederzeit über die öffentlichen Bibliotheken oder digital zugreifen.

  • Trennen Sie sich von digitalem Müll!

Belanglose Mails von vor drei Jahren, Fotos, die achtmal hintereinander geschossen wurden, voluminöse Apps, die nie genutzt wurden, ungelesene Newsletter – unsere Rechner und Schlausprecher sind wahre Müllplaneten. Weg mit dem Digi-Unrat! Er verbraucht Energie und macht aus flinken Notebooks und Smartphones lahme Enten. Und erschwert Ihnen die Orientierung.

  • Entrümpeln Sie Ihre Zeit!

Muss ich unbedingt auf die Vernissage kommenden Freitagabend? Brauche ich zwei Sportgruppengruppen in der Woche? Macht mir die Jazzband noch Spaß. Oder sind es nur die Erinnerungen an alte Zeiten, die mich darin halten? Und kann ich nicht auf eines meiner Ehrenämter verzichten.

  • Zu viele Freunde sind auch nicht gut

Wer ist wichtig in meinem Leben? Wem bin ich verpflichtet? Welche Kontakte sind oberflächlich? Welche Kontakte laugen mich aus? Und welche Bekanntschaften sind toxisch? Wem gehe ich auf die Nerven? Viele Menschen hetzen von Treffen zu Treffen. Wochenenden sind über Monate mit Besuchen verplant. Auch hier ist weniger oft mehr. Jedermanns Freund ist niemands Freund, heißt es zu Recht im Sprichwort.

  • Minimalismus bringt Ruhe

Viele unsere “Bedürfnisse” kosten uns Zeit, Glück und Lebensqualität. Ein großes Haus, ein toller Wagen, Urlaub an angesagten Orten, schicke Klamotten – dahinter steckt in der Regel harte Arbeit, Stress, der Verlust von Gelassenheit und belastende Gedanken. Lösen wir uns von Letzteren. Entmüllen wir unseren Kopf. Hören wir auf, uns mit anderen zu vergleichen. Hören wir auf, uns unserer Individualität durch Konsum zu vergewissern. Wer sich liebt, hat das nicht nötig.

  • Überlegen Sie sich jede Anschaffung

Verabschieden Sie sich von Impulskäufen. Denken Sie bei jedem Kauf darüber nach, was der Kauf für die die Menschen, die das Produkt herstellen, bedeutet. Und was er für die Umwelt bedeutet. Verkleinern Sie Ihre ökologischen Fußabdruck!

Nachbemerkung

Minimalismus ist kein Verzicht. Im Gegenteil: Minimalismus schafft Raum, vermeidet Stress, schenkt Zeit und Ruhe und füllt die Kasse. Geglückter Minimalismus ist ideal für Lebens- und Berufskarrieristen. Denn die unvermeidlichen “Kollateralschäden” sind seelische und körperliche Gesundheit, größere Leistungsfähigkeit, gewinnende Ausstrahlung – und Vermögensbildung.

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