Kölner Verein leistet Hilfe zur Selbsthilfe für 200 Aids-Waisenkinder auf Insel im Victoria-See

Ein Kölner Verein versucht auf einer Insel im Victoria-See in Uganda, Kindern verstorbener Aidskranker zu einem nachhaltigen Weg aus ihrem Elend zu verhelfen. Investoren und Geldgeber sind willkommen.

Grundschule auf Bugala im Victoria-See: Solarzellen für jede Hütte (Foto: Kalangala e.V.)

Ja, es gibt sie auch auf Bugala: hübsche Ferienhütten für Touristen. Doch, leider, bilden die pitoresken Urlaubsunterkünfte nur die kleine Sonnenseite der 245 Quadratkilometer großen Insel auf dem Victoriasee. Der übewiegende Teil der Bevölkerung des 34 Kilometer langen Eilandes, das zu dem zentralafrikanischen Staat Uganda gehört, ist bitterarm und wohnt in kargen Hütten ohne Möbel. Für eine Familie gibt es zumeist nur einen Raum, die Toiletten bestehen aus Gemeinschaftslatrinen.

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Hohe Zahl von Waisen und Halbwaisen

Das schlimmste Problem auf Bugala sind jedoch die 30 Prozent HIV-Infizierten, die der Distrikt Kalangala, benannt nach der Insel-Hauptstadt, verzeichnet. Das sind vier mal so viel Menschen, die den Erreger der Immunschwäche-Krankheit Aids in sich tragen, wie im Landesdurchschnitt – mit der grausamen Konsequenz, dass es auf der Insel unzählige Waisen- und Halbwaisenkinder gibt. Ihnen zum Überleben, ja vielleich sogar zu einem besseren und schönen Leben zu verhelfen, dem hat sich der gemeinnützige Kölner Verein Kalangala Kinder e.V. verschrieben. “Unser Motto heißt Hilfe zur Selbsthilfe”, sagt die Vorsitzende und Gründerin Tanja Renner, “und über allem steht der Grundsatz der Nachhaltigkeit.” Dazu zählt neuerdings auch, dass die Stromversorgungversorgung auf der Insel in absehbarer Zeit mit Hilfe von Solarzellen erfolgen und so einen winzigen Beitrag zur Klimarettung leisten soll.

Unterstützung örtlicher Initiativen

Anders als viele Helfer aus dem Norden des Globus kommt es der 50-jährigen Palliativ-Krankenschwester und ihren Mitstreitern darauf an, Initiativen der Einheimischen zu unterstützen, statt diesen ein fremdes Projekt überzustülpen. Zwar entrichtet der Kölner Verein das Schuldgeld für die verwaisten Jugendlichen, um ihnen ein Mindestmaß an Bildung zu ermöglichen. Das örtliche Aids Children’s Project, das der Verein unterstützt, wurde jedoch von einem Einheimischen gegründet und betreut inzwischen rund 200 Kinder. Aktuelles Projekt ist die Errichtung eines einfachen Hauses, das als Schulungszentrum für alle Lebenslagen dienen soll. Das Gebäude soll den betroffenen Kindern nicht nur einen Ort bieten, wo sie sich treffen können und an dem sie etwas über die Vermeidung von Aids sowie den Umgang mit der Krankheit lernen. Die Jugendlichen und ihre Angehörigen, von denen sie aufgenommen wurden, sollen auch in die Lage versetzt werden, einen Garten anzulegen sowie Ziegen oder Hühner aufzuziehen, um so selbst zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen.

Suche nach Investoren

Ein großes Problem dabei ist, wie in vielen vergleichbaren Regionen Afrikas, die Stromgewinnung. Hier wollen die Rheinländer dafür sorgen, dass auf jeder Hütte irgendwann einmal eine Solarzelle installiert wird. Auf diese Weise sollen die Familien ihren Strom selbst erzeugen können. “Ziel ist die energetische Unabhängigkeit”, so Vereinschefin Renner. Vorbild sei die Einrichtung von Wassertanks, mit deren Hilfe die Menschen sich inzwischen selbst mit Trinkwasser versorgen können. Natürlich sind die Kölner bei dieser Arbeit auf Unterstützung jeder Art angewiesen. “Investoren und Geldgeber, die uns beim Aufbau einer klimafreundlichen Stromgewinnung einschließlich unserer sonstigen Aktivitäten unterstützen wollen”, sagt Renner, “sind immer willkommen.”

Von Reinhold Böhmer

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