Bauer verklagt Volkswagen, drei Viertel der Autos künftig nur noch mit E-Motor zu verkaufen

Nach dem Erfolg gegen die Bundesregierung vor dem Bundesverfassungsgesetz zieht eine weitere Privatperson wegen der Klimapolitik vor Gericht – diesmal gegen den Autokonzern Volkswagen.

Futtermaisanbau: Dürreperioden durch Klimawandel kommen im Stall an (Foto: Couleur / pixabay)

Vor gut einem Jahr waren es unter anderem Bewohner der Nordsee-Insel Pellworm, die Schlagzeilen machten. Sie waren wegen der laxen Klimapolitik der damaligen schwarz-gelben Koalition vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, das daraufhin den Gesetzgeber zwang, die Vorschriften zur Verminderung der Treibhausgasemissionen zu verschärfen. Ähnliches versucht jetzt, ebenfalls unterstützt unter anderem von der Umweltorganisation Greenpeace, der Biobauer Ulf Allhoff-Cramer aus der Nähe von Detmold in Ostwestfalen. Allerdings zerrt der kleine Landwirt nicht Politiker, sondern Volkswagen vor den Kadi. Der zweitgrößte PS-Konzern der Welt baue zu viele Autos mit Verbrennungsmotor und trage so zum Klimawandel beitrage, der in Praxis auch seinem Bauernhof schade, so der Kläger. VW solle deshalb ab sofort höchstens ein Viertel seiner verkauften Autos mit Verbrennungsmotor ausrüsten und spätestens 2030 ganz aus dem Geschäft mit Benzin- und Dieselantrieben aussteigen.

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VW weist Verantwortung von sich

Volkswagen wies die Klage wie erwartet als „unbegründet“ zurück. Der Kläger fordere eine „individuelle Haftung für allgemeine Folgen des Klimawandels“, das könne „aus unserer Sicht keinen Erfolg haben“, so der Konzern in einer Erklärung. „Wir werden daher die Abweisung der Klagen beantragen.“

Existenzbedrohende Erderwärmung

Der Westfale betrachtet sich durchaus auch als Opfer auch größten deutschen Autobauers. Nach der Hitzewelle 2018 habe er seinen Kühen schon im Sommer Futter gegen müssen, das für den Winter eingeplant gewesen sei. Das Feld sei komplett braun gewesen. Danach gab es zwei weiter Dürrejahre. Die Erderwärmung sei „einfach existenzbedrohend“ für ihn. Es sei ganz klar, so sein Appell an VW, „dass da fundamental sich an der Geschäftspolitik etwas ändern muss“.

Mehr: Spiegel, youtube

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