Daimler produziert ersten Elektro-Laster in Serie

Seit Ola Källenius beim Stuttgarter Autokonzern das Kommando hat, kann den Schwaben die Umstellung auf vollelektrische Antriebe gar nicht schnell genug gehen. Jetzt schicken sie die ersten Elektro-Laster auf die Straße.

Daimler-Truck-Vorständin Karin Rådström (l.) und die rheinland-pfälzische Wirtschaftministerin Daniela Schmitt beim Startschuss für die Serienproduktion des eActros Batterieelektrisch in die Zukunft Bild: Daimler Truck

Gerade erst haben die Aktionäre der Abspaltung der Nutzfahrzeugsparte zum Ende des Jahres inklusive Börsengang zugestimmt, da präsentiert Daimler Truck schon ein erstes Zukunftsprodukt: den batterieangetriebenen eActros. Spitzengeschwindigkeit 89 Kilometer pro Stunde, je zwei Vorwärts- und Rückwärtsgänge, Reichweite bis zu 400 Kilometer, bevor er an die Ladestation muss. Im rheinland-pfälzischen Wörth laufen die Öko-Trucks jetzt serienmäßig vom Band. Vorerst im Wechsel mit herkömmlichen Lkw, bis die Nachfrage eine eigene Produktionslinie rechtfertigt.

Vergleichbare Gesamtkosten wie bei einem Diesel

Mit 300 000 Euro ist der grüne Schwerlaster rund drei Mal teurer als ein Pendant mit Dieselmotor. Dennoch zahle sich seine Anschaffung aus, rechnet Daimler-Truck-Vorständin Karin Rådström (“Wir meinen es ernst mit dem emissionsfreien Transport”) Kunden vor. Entscheidend seien die Gesamtkosten inklusive Treibstoff, Wartung und Verschleiß. Und in dieser Kalkulation liege der E-Actros in einigen Märkten bereits nahezu gleichauf mit vergleichbaren Verbrenner-Lkw. Für diese werden sich aber etwa Steuern und Diesel in den nächsten Jahren absehbar massiv erhöhen.

Erste Kunden erproben die Öko-Trucks schon im Alltagsbetrieb

Daimler-Truck-Chef Martin Daum erwartet, dass der Konzern schon 2030 zwei von drei Lastern mit Elektroantrieb verkauft – ausgestattet mit Batterie oder Wasserstoff-Brennstoffzelle. Den Optimismus teilt er mit Konzernchef Källenius, der erst jüngst äußerte: “Die Zukunft fährt elektrisch.” Bei dem Trend wollen die Stuttgarter nicht nur “mitschwimmen”, sondern die Entwicklung entscheidend mitbestimmen. Zumindest die aktuellen Verkaufszahlen für Pkw bestätigen den Swing zu Steckerfahrzeugen.

Vier seriennahe Prototypen des 27-Tonners gingen wenige Tage vor dem regulären Produktionsstart schon an Kunden und sollen sich dort im Alltagbetrieb bewähren: als Kühltransporter, als Müllsammler oder schlicht im Pendelverkehr. Die ersten Öko-Trucks erhielten zwar deutsche Transporteure. Doch schon in Kürze werden laut Managerin Rådström ein knappes Dutzend weiterer europäischer Länder beliefert.

Und es geht Schlag auf Schlag weiter. Kommendes Jahr beginnt in Wörth die Fertigung des Modells eEconic, speziell konzpiert für kommunale Betriebe. 2024, so die Planung, folgt der eActros LongHaul für den Fernverkehr.

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