Dürren und Starkregen vermindern Kohlenstoff-Aufnahme von Pflanzen

Extremwetter mit Hitzewellen oder sintflutartigen Regenfällen verlangsamen das Pflanzenwachstum. Einzelne Wetterereignisse können so die Kohlenstoffsenke von Jahren zunichte machen.

Feld im Hitzestress Dürre vermindert Fähigkeit von Feldern, Wäldern und Wiesen zur Aufnahme von CO2 (Rudolpho Duba/Pixelio)

Ein bekanntes Beispiel ist die Hitzewelle im Sommer 2003. Damals verringerte sich das Pflanzenwachstum im Vergleich zu Normaljahren um fast ein Drittel. Der negative CO2-Effekt des Dürrejahrs entsprach dem von vier Jahren. Solche Einschränkungen des Pflanzenwachstum aufgrund von Wetterereignissen haben laut einer Studie der Universität Augsburg um 10,6 Prozent zugenommen. Die Forscher verglichen dabei die Zeiträume zwischen 2000 und 2016 sowie zwischen 1982 und 1998.

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Etwa die Hälfte des von Menschen verursachten Kohlenstoff-Ausstoßes nimmt die Pflanzen an Land und in Gewässern wieder auf. Mit dem verstärkten Ausstoß sind auch diese Land- und Meeres-Kohlenstoffsenken angewachsen. Sie haben damit die Beschleunigung des Klimawandels vermindert. Allerdings gehen jüngere Untersuchungen davon aus, dass dieser Effekt sich abschwächt. Die genaue Ursache dieser Entwicklung wird in der wissenschaftlichen Welt noch diskutiert.

Eine mögliche Ursache könnte nach den Untersuchungen der Universität Augsburg die erwähnte Zunahme extremer Wetterereignisse sein. Vor allem in der nördlichen Hemisphäre finden sich etliche Hotspots von verminderter Kohlenstoff-Bindung. In den tropischen Regionen ist vor allem das Amazonasgebiet betroffen. Zusätzlich haben sich die Monate mit vermindertem Pflanzenwachstum von Juni/Juli auf Juli/August verschoben.

Landwirtschaft besonders betroffen

Etwa 70 Prozent des verminderten Pflanzenwachstums ergeben sich aus einer Kombination von geringerem Niederschlag bei gleichzeitig höheren Temperaturen. Die restlichen Abweichungen könnten durch Feuer, Schädlingsbefall oder Windbruch verursacht worden sein. Besonders stark wirkten sich die Negativextreme auf Grasflächen und Ackerland aus. Bei Grasflächen hatte die Häufigkeit von Dürren im Vergleich fast verdoppelt. Bei Ackerland betrug die Zunahme 84 Prozent. Der Grund liegt in der relativ flachen Verwurzelung im Vergleich zu Waldgebieten. Der Geograph Wolfgang Buermann, an dessen Lehrstuhl die Studie durchgeführt wurde, kommentiert die Untersuchungsergebnisse: “Die aktuelle Untersuchung deutet darauf hin, dass diese Auswirkungen von Klimaextremen und insbesondere Dürreereignissen bereits im Gange sind.“

Mehr: Nature


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