Europa-Park will eigenen Strom erzeugen

Der badische Europa-Park Rust will seinen Strombedarf in den Sommermonaten künftig komplett selbst erzeugen.

Europa-Park
Europa-Park Rust Deutschlands größter Freizeitpark produziert künftig seinen Strom selbst (Foto: Europapark)

Dies kündigte Roland Mack, Gründer und Gesellschafter des Freizeitparks an. In einem Interview mit dem Handelsblatt sagte der 72-jährige, dass bis 2024 eine riesige Photovoltaikanlage entstehen solle. Damit könnte dann ein Großteil des Strombedarfs im Europa-Park in Zukunft selbst abgedeckt werden. Die neue Anlage ist auf einer Freifläche in der Nähe des Parks geplant, zusätzliche Solaranlagen sollen auf den Besucherparkplätzen errichtet werden.

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Für die Parkbetreiber birgt die 15-Millionen-Investition allerdings ein Risiko. Denn der selbst erzeugte Solarstrom muss auch selbst verbraucht werden. Er kann nicht anderweitig verkauft werden. Sollte der Park schließen müssen, weil die Corona-Pandemie zurückkehrt oder das Gas knapp wird, „bleiben wir möglicherweise auf horrenden Kosten sitzen“, sagte Mack. Für die Pausenmonate Januar und Februar hat Mack dagegen einen Abnahmevertrag mit der benachbarten Wasserwelt Rulantica geschlossen, die dann einen Teil des Solarstroms abnimmt. Rulantica gehört der Familie Mack.

Mehrkosten von rund zehn Millionen Euro

Die gestiegenen Energiepreise schlagen für den Europa-Park nach Macks Schätzung im kommenden Jahr mit Mehrkosten von rund zehn Millionen Euro zu Buche. Die traditionelle Winterpause im Januar und Februar bringe zwar eine gewisse Entlastung, im März könnte es aber eng werden. „Zumindest für die Zukunft versuchen wir daher, ein Stück weit unabhängiger zu werden“, sagte Mack. Weil die Solarstromanlage aber erst im übernächsten Jahr zur Verfügung steht, sind die bestehenden technischen Anlagen so umgerüstet worden, dass im kommenden Winter notfalls auf Öl umgeschaltet werden kann, sollte das Gas gänzlich ausbleiben.

Mit einem eigenen Wasserkraftwerk und zwei Blockheizkraftwerken auf dem Parkgelände sowie einem weiteren Blockheizkraftwerk im benachbarten Wasserpark wird bereits heute eigener Strom erzeugt. Damit können rund 25 Prozent des Gesamtbedarfs abgedeckt werden. Die Wasserwelt Rulantica erzeugt heute schon eigenen Solarstrom. Bereits 2019 sind 400 überdachte Parkplätze mit 3000 Solarmodulen bestückt worden, die jährlich rund 1,1 Millionen Kilowattstunden Strom liefern – soviel, wie 300 bis 400 Haushalte im ganzen Jahr verbrauchen.
Mehr: Handelsblatt

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