Riesige Energiespeicher im Salzstollen gegen die Dunkelflaute: Dicke Luft im Münsterland

Bei Ahaus im Münsterland soll Luft in ehemalige Salzstollen gepresst werden, die bei Dunkelflaute Turbinen antreiben und Strom erzeugen soll. Die Leistung der neuen Energiespeicher ist riesig.

Energiespeicher Salzstollen: Druckluft unter Tage zur Stromproduktion bei Dunkelflaute (Foto: GaborGulyas)
Energiespeicher Salzstollen: Druckluft unter Tage zur Stromproduktion bei Dunkelflaute (Foto: GaborGulyas)

Der Ökostromanbieter Lichtblick hat sich einen Superlativ vorgenommen. Zusammen mit dem deutschen Energieanlagenbauer Siemens Energy will das Tochterunternehmen des niederländischen Stromkonzerns Enercon im münsterländischen Ahaus Luft in ehemalige Salzstollen pressen. Die soll bei Dunkelflaute unter hohem Druck austreten und Turbinen antreiben, die Strom erzeugen. Die Leistung der gespeicherten dicken Luft in den unterirdischen Kavernen ist riesig: 500 Megawatt, das entspricht zumindest eine Zeit lang einem halben Kohlekraftwerk. Der Bau der Energiespeicher ist bereits angelaufen, die ersten beiden Anlagen sollen 2027 in Betrieb gehen.

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Energiespeicher unter Tage in neuer Größenordnung

Das Idee ist alt, neu ist die Größenordnung. Das Prinzip heißt Druckluftspeicherung oder Compressed Air Energy Storage (CAES) und soll mit überschüssigem Strom etwa von Windrädern oder Solaranlagen funktionieren. Dieser wird verwendet, um Luft zu komprimieren, zu speichern, bei Bedarf wieder freizusetzen und damit Strom zu erzeugen. Dies gilt als kostengünstige Möglichkeit, Energie über längere Zeiträume zu speichern und Schwankungen in der Stromproduktion auszugleichen. Der erste Stromspeicher dieser Art weltweit wurde 1978 Huntorf in Niedersachen gebaut.

Standort zwischen Waterkant und Stromverbrauchern im Süden

Die Lage des Riesenstromspeichers nördlich des Ruhrgebiets ist günstig. Der Standort liegt zwischen der wachsenden Windstromproduktion in Norddeutschland, vor allem vor der Küste, und den großen Stromverbrauchern in den südlicheren Gefilden hier zu Lande. Insbesondere bei langhaltenden Stürmen an der Warterkant ist mit viel Windstrom zu rechnen, der nicht verbraucht und für die Steuerung der Netze sowie die Versorgung in Zeiten ohne Wind und Sonnenschein genutzt werden kann.

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