Leistung vor Meckpomms Küste soll sich vervielfachen

An Land stockt der Ausbau der Windkraft. Doch hoffen Klimaschützer und Windbranche auf einen Windkraft-Boom vor der Ostseeküste. Allein in den kommenden vier Jahren soll die installierte Leistung der Anlagen auf drei Gigawatt steigen.

Windanlagen-Ausbau auf See Gigantische Pläne in der Ostsee (Foto: BWE)

Dem Wirtschaftsministerium in Schwerin zufolge addieren sich die bis 2026 im Bau befindlichen, geplanten und genehmigten Kapazitäten auf zwei Gigawatt. Das ist die doppelte Kapazität der laufenden Anlagen. Nicht enthalten in diesen Projektionen ist ein weiterer Windpark in der Ostsee, der zu der geplanten Leistung noch ein Gigawatt hinzufügen würde. Damit würde sich die Kapazität in der deutschen Ostsee vervierfachen.

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Schön für Feriengäste und Liebhaber eines ungestörten Meerblicks: Alle geplanten und im Bau befindlichen Vorhaben befindet sich außer Sichtweite. Nur der älteste und kleinste Park Baltic 1 liegt innerhalb der Zwölf-Meilen-Zone und ist daher bei gutem Wetter sichtbar.

Noch ehrgeiziger als die Ministerialen in Schwerin ist der grüne Bundeswirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck. Ein Entwurf seines Hauses sieht vor, 30 Gigawatt Leistung noch in diesem Jahrzehnt auf See zu installieren. Bis 2035 sollen die Offshore-Windanlagen bis zu 40 Gigawatt und bis 2045 sogar bis zu 70 Gigawatt liefern. Die Ostsee würde – die aktuelle Verteilung zwischen Nord- und Ostsee hoch gerechnet – von den 70 Gigawatt zwar nur acht Gigawatt bereitstellen. Bezogen auf die aktuelle Ostsee-Kapazität wäre das jedoch immerhin eine Verachtfachung.

Windfarmen schützen Arten

Naturschützer sehen die Ausbaupläne mit gespaltenen Gefühlen. Die Baumaßnahmen und der Betrieb der Anlagen greifen ihrer Ansicht erheblich in die Meeresumwelt ein. Inzwischen hat jedoch ein Team um die Meeresforscherin Vanessa Stelzenmüller vom Bremerhavener Thünen-Instituts herausgefunden, dass die weitgehende Sperrung der Parks für Fischer und Sportboote auch zur Erhaltung von Arten beiträgt.

Der Kabeljau zum Beispiel fühlt sich innerhalb der Windparks und in deren Nähe wohl. Zum einen findet er dort Schutz vor Fischern. Zum anderen begünstigen die Fundamente die Ansiedlung von Tieren, die dem Räuber als Nahrung dienen. Auch Schweinswale, Robben und anderes Meeresgetier zieht das reichhaltige Nahrungsangebot im Umfeld von Offshore-Anlagen an. Häufig sind die Windfarmen Kinderstube zahlreicher Arten.

Mehr: Nordkurier

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