Ausbau der Windkraft auf See steht still

Obwohl erneuerbare Energie notwendig ist wie nie, tut sich bei der Windkraft vor den deutschen Küsten nichts. Firmen gehen deswegen sogar pleite. Der Schuldige tourt heute als Vortragskünstler und Aufseher durch die Lande.

Von der Bundesregierung abgewürgt: Chancen für ausländische Windkraftzulieferer (Foto: David Will / pixabay)

Die Beiden stoßen ins gleiche Horn. “Der Fadenriss ist da”, sagt Heike Winkler von der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB). “Wir liefern momentan nach England, nach Taiwan, nach Holland. Nur leider nicht nach Deutschland”, klagt Kristoffer Mordhorst, Produktionsleiter im Cuxhavener Werk des deutsch-spanischen Winkraftanlagen-Herstellers Siemens Gamesa. Die Kritik der Branchenvertreterin und des Industriemanagers gilt dem Umstand, dass der Ausbau der Windenergie vor der deutschen Küste aktuell praktisch zum Erliegen gekommen ist. Allein in Bremerhaven seien 3500 Jobs bei Offshore-Zulieferern verloren gegangen, so WAB-Vertreterin Winkler. “Was traurig ist”, sagt Winkler, “weil wir mit den vielen kompetenten Unternehmen eine Zuliefererindustrie aufbauen konnten, um die uns viele Länder beneidet haben.”

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Vier bis fünf Jahre verloren

Schuld an der Entwicklung ist der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der in seiner Zeit als Bundeswirtschaftsminister 2014 den Ausbau der Windkraft vor der deutschen Küste massiv reduzierte. Dadurch drehen sich gerade nur Windräder mit der lächerlichen Leistung von acht Gigawatt in der deutschen Nord- und Ostee, das entspricht acht großen Kohlemeilern. Zwar korrigierte die aktuelle Bundesregierung Gabriels Liebesdienst für die Kohlekraftwerkbetreiber inzwischen und erhöhte die Ausbauziele auf 20 Megawatt bis 2030 und auf 40 Megatwatt bis 2040. Doch bis die ganze Produktions- und Lieferkette wieder angeschoben ist, dauere es vier bis fünf Jahre, so Siemens-Gamesa-Manager Mordhorst. Dann drohen ausländische Zulieferer die Lücke zu schließen.

Negativbeispiel Solarindustrie

Die Entwicklung erinnert an die Solarindustrie in Deutschland, die nach einem Aufschwung durch die rot-grüne Koalition Ende der 1990er Jahre von der schwarz-gelben Koalition abgewürgt worden war. Inzwischen versucht in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt der Schweizer Technologiekonzern Meyer Burger den Neustart mit der Produktion einer neuen Generation hocheffizienter Solarzellen. Windkraftbremser Gabriel verdient heute sein Geld unter anderem als Aufsichtsrat der Deutschen Bank und preist sich als Redner auf Veranstaltungen an.

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