Elektroautos: Die echte und geschönte Reichweite

Die Angst, mit leerer Batterie liegen zu bleiben, hält Käufer davon ab, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Das Vertrauen in die Entfernungsangaben der Hersteller ist gering. Ein Praxisstudie zeigt: zurecht. Welche Modelle am besten abschneiden.

Testsieger Hyundai Ioniq Elektro Zwei Drittel Realreichweite Foto: Hyundai

Durchgeführt haben den Realitätstest Profis der Elektroautoplattform EFahrer.com. Sie ermittelten die tatsächliche Reichweite von zehn der beliebtesten E-Modelle unter deutschen Käufern – im Alltagsbetrieb statt unter dem genormten Prüfverfahren nach dem WLPT-Standard, auf das die Hersteller ihre Angaben stützen.

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Und Überraschung! Die Autos müssen nach deutlich weniger Kilometer eine Ladestation ansteuern als die Hochglanz-Prospekte versprechen.

Große Abweichungen bei Autobahn-Fahrten

Besonders große Abweichungen maßen die Tester bei Langstreckenfahrten über die Autobahn. Mit voll aufgeladener Batterie fuhren sie eine vorgegebene Strecke mit konstant 130 Kilometer in der Stunde und lasen dann ab, wie viel Strom sie nachtanken mussten, um den Speicher auf volle Ladekapazität zu bringen. Dier Ergebnisse waren ernüchternd.

Die Besten schaffen zwei Drittel der versprochenen Leistung

Am besten schlug sich noch der Hyundai Ioniq Elektro. Er würde es immerhin 211 Kilometer weit schaffen, bevor er an den Stecker muss. Das sind etwas mehr als zwei Drittel der 311 Kilometer, die die Koreaner versprechen. Knapp dahinter kommt Teslas Model 3 auf den zweiten Platz in Sachen Realreichweite. Nach 260 der angegebenen 406 Kilometer heißt es für den Fahrer, dringend eine Stromtankstelle anzusteuern. Der Tesla reißt damit knapp die Zwei-Drittel-Latte.

Den dritten Platz erringt Renaults Zoe Z.E. 50 vor dem VW e-up!. Sein großer Bruder, der ID.4, schafft auf Rang neun nur 55 Prozent der Norm-Kilometer und schneidet damit nur unwesentlich besser ab als der Skoda Enquaq iV 80 auf Platz zehn, der ebenfalls aus dem VW-Konzern stammt.

Die Skeptiker sind weit in der Überzahl

Vertrauen wecken diese Ergebnisse bei potentiellen Interessenten kaum. Die große Mehrheit blickt denn auch nach wie vor skeptisch auf das Angebot, zeigt eine Umfrage des “Kölner Stadt-Anzeigers: Demnach spielen nur 17 Prozent der Befragten mit dem Gedanken, sich in nächster Zeit ein Stromer-Fahrzeug zuzulegen. 58 Prozent hegen dagegen keine Kaufabsichten – trotz der üppigen Kaufprämien von bis zu 9000 Euro, die der Staat derzeit zuschießt.

Keine gute Nachricht für das Klima. Denn laut einer neuen Studie haben nur rein elektrisch oder mit Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge das Potential, dass sich die Erde, wie im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart, nicht um mehr als 1,5 Grad Celsius erhitzt.

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