Fünf deutsche Städte wollen nach Wärme bohren

Düsseldorf, Bochum, Aachen, Duisburg und Münster haben eine Allianz für Geothermie gegründet, um warmes Wasser aus den Tiefen ihrer Region zum Heizen an die Oberfläche zu befördern.

Geothermie-Bohrstelle Mark 51°7 in Bochum: Suche nach 30 Grad warmem Grubenwasser in ehemaligen Bergwerken (Foto: Stadtwerke Bochum)

Die beiden Probebohrungen sind erfolgreich abgesschlossen. Jetzt kann damit begonnen werden, das rund 30 Grad warme Wasser aus 820 Meter Tiefe an die Oberfläche zu pumpen. Damit sollen die Gebäude im Innovationspark 51°7 der Ruhrgebietsstadt Bochum künftig zu 75 Prozent beheizt beziehungsweise immer Sommer gekühlt werden. “Auf Mark 51°7 wird die Wärmewende Realität!”, so Stadtwerke-Chef Dietmar Spohn. “Auch im internationalen Vergleich schaffen wir hier eine sehr innovative und zukunftsweisende Energieversorgung.“

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Gesellschaftlicher Auftrag der Wärmewende

Bochum steht damit nicht allein. Die Kohlenpott-Kommune hat zusammen mit Düsseldorf, Duisburg, Münster und Aachen eine Allianz gegründet, um in ihren Regionen mit Hilfe von Geothermie, also Erdwärme, das Heizen mit fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl zurückzudrängen. Unterstützt wird das Quintett namens “Allianz für Geothermie” von der Fraunhofer Gesellschaft für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG). „Wir sehen uns dem gesellschaftlichen Auftrag der Wärmewende vor dem Hintergrund der Klimakrise verpflichtet und sind fest entschlossen, die Tiefengeothermie gemeinsam voranzubringen“, heißt es in einer Erklärung der fünf Kommunen.

Günstige Lagen in NRW

Das warme Wasser hofft die neue Bohrgemeinschaft in Gruben stillgelegter Steinkohlebergwerke des Ruhrgebiets, im Karbonatgestein des Münsterlands oder in Gebieten mit tiefliegenden Thermalwasservorkommen in Nordrhein-Westfalen zu finden. Geothermie ist ein großes Thema in ganz Deutschland, Versuche dazu gibt es vieleorts, unter anderem in der einstigen Bäderstadt Aachen. Im französischen Elsass stehen entsprechende Bohrungen allerdings im Verdacht, Erdbeben auszulösen.

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