München mit grünster Verkehrsinfrastruktur

Europas Städte tragen mit ihrem Verkehr massiv zur CO2-Belastung bei. Die Fortschritte, eine klimaneutrale Verkehrsinfrastruktur zu etablieren, sind bescheiden. Deutschlands Metropolen schneiden mäßig ab – am besten noch München.

Stachusplatz in München Nummer Acht bei einer klimagerechten Verkehrsinfrastruktur unter Europas Großstädten
Bild: planetfox/Pixabay

Die Fakten ernüchtern. Europa ist es nicht gelungen, die Treibhausgasemissionen im Transportsektor zu reduzieren – im Gegenteil: Sie steigen seit 1990 kontinuierlich. Entscheidend mit verantwortlich für die schlechte Bilanz sind die Städte, in denen drei Viertel aller Europäer leben.Viele urbane Zentren sind immer noch Hotspots für dicke Luft – weit entfernt vom Aufbau einer klimagerechten Verkehrsinfrastruktur. Stattdessen beschleunigen Abgase und unsichtbare Feinstaubschwaden nicht nur die Erderhitzung, sondern gefährden auch die Gesundheit der Bewohner.

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Oslo, Amsterdam und Helsinki sind Vorreiter

Das es anders geht, zeigen einer aktuellen Studie zufolge etwa Oslo, Amsterdam und Helsinki. Dort finden Fußgänger und Radfahrer ein exzellentes Wegenetz vor. Sie haben Vorrang vor dem Auto, das mit Maut und hohen Parkgebühren aus den Cities fern gehalten wird. Zugleich bringt ein eng getakteter öffentlicher Nahverkehr die Fahrgäste zügig ans Ziel. Paris hat es mit entschiedenem Umsteuern immerhin auf Platz fünf geschafft.

Miese Luftqualität, gefährdete Radfahrer

36 Metropolen haben sich die Fachleute der Nichtregierungsorganisation Clean Cities Campaign (CCC) angeschaut. Kriterien waren, wieviel Platz die Verwaltungen jedem Bewohner im Verhältnis zum Autoverkehr einräumen, die Zahl der getöteten Fußgänger und Pedaltreter, die Luftqualität, der Zugang zu einem grünen Nahverkehr, Car-Sharing-Angebote mit E-Autos und das Vorhandensein ambitionierter, umweltfreundlicher Mobilitätskonzepte.

Schlechte ausgebauter Nahverkehr

Deutschlands Städte ernten in dem Vergleich wenig Lorbeer. Am besten schneidet auf Platz acht noch München ab. Die bayrische Landeshauptstadt punktet mit dem am besten zugänglichen Nahverkehr aller deutscher Metropolen. Weit abgeschlagen hingegen sind Berlin, Hamburg und Köln (siehe Grafik unten). In der Domstadt müssen Fußgänger und Radfahrer besonders um ihr Leben fürchten; das Angebot an Bussen und Bahnen ist mau.

Städteranking grüne Verkehrsinfrastruktur Klatsche für deutsche Großstädte Quelle: CCC

Barbara Stoll, CCC-Direktorin, sieht die Studie als “Weckruf” und fordert schnelles Handeln. “Ohne massiv verstärkte Antrengungen der Städte verfehlt Europa sein Ziel, die Treibhausgase bis zum Jahr 2050 auf Null zu senken.”

Mehr: cleancities transport & environment

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