Skigebiete wollen Energie sparen

Weniger Kunstschnee, Verzicht auf Heizstrahler, unbeheizte Liftsitze – die Skigebiete üben sich im Energieverzicht. Tages- und Saisonkarten werden dennoch teurer.

Weniger Beschneiung - Skigebiete reagieren auf die Energiekrise
Präparierung einer Piste mit Kunstschnee Skigebiete reagieren auf die Energiekrise Bild: Pixabay

Auch der Wintersport bekommt die Folgen von Gaskrise, Klimawandel und galoppierende Strompreisen zu spüren. Einfach weiter Energie verpulvern, koste es, was es wolle, wird unbezahlbar. Ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – alle Skigebiete suchen nach Möglichkeiten, Energie zu sparen und so einen Teil der Kostensteigerungen aufzufangen. Die Touristen müssen sich auf weniger Komfort sowie die ein oder andere Einschränkung einstellen.

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Skigebiete lavieren zwischen Sparzwang und Sorge ums Geschäft

Exemplarisch dafür steht die Bayerische Zugspitzbahn. Mit einer Reihe von Maßnahmen will sie den Energieverbrauch in der anstehenden Wintersaison um zehn Prozent drosseln: Skipisten werden weniger großzügig mit Kunstschnee präpariert. Die Sitzheizungen in den Sesselliften bleiben kalt. Außerhalb der Stoßzeiten fahren die Bergbahnen mit halbem Tempo. Kuscheln unter Heizstrahlern in der Außengastronomie ist nicht. Nachts geht an den Bergstationen das Licht aus.

Nicht alle Skigebiete gehen so forsch vor – aus Sorge, Touristen zu verprellen. Es sei schwierig, Massnahmen zu treffen, ohne das Urlaubserlebnis der Gäste zu trüben, warnt etwa Franz Hörl, Branchenvertreter in der österreichischen Wirtschaftskammer. Explizit denkt er dabei etwa ans Nachtskifahren unter gleißendem Flutlicht.

Liftkarten kosten bis zu fast 20 Prozent mehr

Solche Zurückhaltung beim Sparen büßen die Skifans mit höheren Preisen für Tages- und Saisonkarten. Die Kasse muss ja stimmen. In Österreich kündigen sich Steigerungen um bis zu zehn Prozent an. Deutsche Skigebiete verlangen sogar bis zu 19,5 Prozent mehr.

Abgesehen von der aktuellen Energiekrise treibt auch der Klimawandel die Kosten. Wegen der steigenden Temperaturen fällt tendenziell immer weniger Schnee in den Alpen und anderen Skigebieten – und wie diesen Winter auch immer später. Soll die Saison dennoch starten, müssen Schneekanonen den Mangel an Flocken ausgleichen. Doch macht Skifahren auf einem schmalen weißen Band in grüner Bergkulisse wirklich Spaß? Vom Sinn mal ganz abgesehen.

Weltcup-Rennen fallen Klimawandel zum Opfer

Dieses Jahr verspäten sich Schnee und Kälte so sehr, dass die Veranstalter fünf der ersten sechs Rennen im Ski-Welcup abblasen mussten. Seither hagelte es weitere Absagen, zuletzt im österreichischen Lech/Zürs. Wie der deutsche Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier plädieren immer mehr Skisportler für einen deutlich späteren Saisonstart. Wasmeier geißelt die Publicity-Sucht mancher Skifunktionäre als “Irrsinn”. Seine Sorge: “Es besteht die Gefahr, dass das ganze Ding an die Wand gefahren wird.”

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