Sonne doppelt ernten – Wie Afrikas Bauern Solar Farming vorantreiben

Kenianische Landwirte und Wissenschaftler tüfteln an einer Solaranlage, die Nutzpflanzen vor der Sonne schützt, Austrocknung des Bodens verhindert – und Strom liefert.

Agrivoltaik im Süden Dank Sonnenschutz mehr Ernte – und zusätzlich Elektrizität (Emilio Roggero/CC)

Anders als bei gewöhnlichen Solarfeldern sind die Paneele im kenianischen Kajiado-County in drei Meter Höhe angebracht und nicht nur kurz über dem Boden. Unter den 345-Watt-Elementen wachsen Salat, Auberginen, Mais und Kohl. Zwischen den Paneelen gibt es Abstände, damit die Sonne durchkommt. Und die Aufständerungen sind so angebracht, dass nicht nur Menschen, sondern auch kleine Landmaschinen darunter arbeiten können.

ANZEIGE

Die Ergebnisse sind vielversprechend. Die Kohlköpfe zum Beispiel sind um Drittel größer, die Pflanzen gesunder. Wichtig in der Trockensteppe südlich von Nairobi: Die Wassermenge ist trotz größerer Ernten gleich geblieben. Auch die Menge an Düngemittel haben die kenianischen Agrartüftler nicht erhöht. Stärkeres Wachstum und höhere Qualität erzielten die Forscher auch beim Mais, beim Salat und den Auberginen.

Bessere Ernten dank Beschattung

„Wir wollten sehen, wie Nutzpflanzen unter diesen Paneelen gedeihen”, erläuterte die Agrarforscherin Judy Wairimu vom Latia Agripreneurship Institute der britischen Tageszeitung The Guardian. Jedoch soll das Vorhaben gleichzeitig landarmen Bauern helfen, ihr Stückchen Erde doppelt zu nutzen. In Ostafrika ist Strom knapp. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat nach immer keinen Zugang zu zuverlässiger Stromversorgung.

Am Projekt beteiligten sich auch die University of Sheffield und das weltweit tätige Institut World Agroforestry. Die bessere Ernte ist vor allem eine Folge der Beschattung. Dank der Paneele verdunstet weniger Wasser aus der Bodenkrume. Die Beschattung verhindert Schäden an Pflanzen durch übermäßige Erhitzung und UV-Bestrahlung.

Agrivoltaik ideal für die Länder des Südens

Experimente mit Agrivoltaik gab es bislang vor allem in Europa. Doch gerade in Ostafrika – wie in vielen Regionen des globalen Südens – sind die Bedingungen wegen der starken Sonneneinstrahlung ideal. Für die Bauern würden Mehrernten höherwertigerer Nahrungsmittel erhebliche Einkommenszuwächse bedeuten. Zusätzlich erhielten sie die Einnahmen aus dem Stromertrag. Hinzu kommt, dass auch Flächen, die sich bislang für Gartenbau nicht eigneten, erschlossen würden.

Mehr: The Guardian

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*