Je mehr Solar- und Windanlagen installiert werden, desto kostengünstiger wird die Stromerzeugung

Eine Untersuchung aus den USA bestätigt die Hoffnung, dass Strom aus erneuerbaren Energien mit jeder neu installierten Solar- und Windanlage kostengünstiger wird. Kein Grund also, die riskante und wirtschaftlich unkalkulierbare Atomkraft zu forcieren.

Solar- und Windanlage: Strom aus erneuerbaren Energien wird immer preiswerter (Foto: Cornell Frühauf / pixabay)

Jeder kennt den Effekt, ob aus dem Alltag oder aus dem Unternehmen: Je häufiger man eine Arbeit macht oder etwas herstellt, desto weniger Zeit braucht man dafür. Eingetragen in ein Koordinatensystem, das den Aufwand nach oben und den Ertrag in der Waagrechten darstellt, ergibt dies eine Kurve, die mit der Zeit immer flacher wird, sprich: die Kosten pro Produkt niedriger werden. Diese sogeannte Lernkurve gilt auf verblüffende Weise auch für die erneuerbaren Energie und die Kosten des Stroms, der mit ihrer Hilfe erzeugt wird. Das zeigt eine Untersuchung des US-Research-Spezialisten Mark Bolinger. Demnach sanken in den vergangenen Jahren die Stromerzeugungskosten mit jeder Verdopplung der installierten Kapazitäten bei Windanlagen um 15 Prozent und bei Solaranlagen um 24 Prozent.

30 Prozent kostengünstiger bis 2030

Bolingers Berechnungen basieren auf der Auswertung von 908 Wind- und 822 Solarfarmen in den USA. Setzt sich der Trend in den kommenden Jahren fort, hieße dies, dass sich mit einer Vervierfachung der installierten Wind- und Solaranlagen bis 2030 die Stromerzeugungskosten um 30 Prozent senken lassen könnten.

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Atomkraft doppelt so teuer

Die Prognose gewinnt an Bedeutung mit Blick auf die Forderung, mit Atomkraft die Stromerzeugung durch klimaschädliche fossile Energieträger zu reduzieren. Gemessen an der Prognose des US-Stromexperten wirkt der Wink mit dem Atom wie der Aufruf zum Harzard-Spiel. Ob der in Bau befindliche Großmeiler in Flamanville in Frankfreich oder Hinkley in Großbritannien: Schon jetzt lässt sich absehen, dass die Stromerzeugungskosten der beiden Anlagen über zehn Cent pro Kilowattstunde liegen werden, rund doppelt so hoch wie bei der jüngsten, eher verunglückten Ausschreibung von Windanlagen in Deutschland.

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