China auf dem Sprung zum Ökostromweltmeister

Obwohl China weiterhin Kohlemeiler baut, plant das Land neue gigantische Wind- und- Photovoltaikanlagen, die alles Bisherige auf dem Gebiet des Ökostroms weit in den Schatten stellen.

Zwölf Quadratkilometer Solarzellen in der westchinesischen Oasenstadt Dunghuang: Verschwindend klein gegenüber dem, was China an Öko-Strom-Parks vor allem in der Wüste Gobi plant (Foto: Popolon)

Wenn es einmal fertig ist, wird niemand so schnell das Projekt toppen: Solar- und Windenergie-Anlagen mit einer Leistung von 450 Gigawatt, das entspricht der Power von 450 großen Kohlekraftwerken. Das ist doppelt so viel, wie alle deutschen Ökostromanlagen zusammen gegenwärtig schaffen. Bauen will die klimaunschädlichen Stromfabriken die Regierung von China, und zwar vor allem in der nördlich der Hauptstadt Peking gelegenen Wüste Gobi in der Nähe der Grenze zur Mongolei. Damit stellt das Reich der Mitte ein weiteres Mal einen Weltrekord bei den erneuerbaren Energie auf.

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Die Ankündigung kommt in einer Zeit, in der China in der Kritik steht wegen des Baus weiterer Kohlekraftwerke, die durch die Freisetzung von CO2 bekanntlich einen großen Teil zur Erderwärmung beitragen. Zugleich mindert das Land mit dem Gigavorhaben Importe von Gas und Öl in Zeiten der neuen weltweiten Spannungen des Westens mit dem Energieriesen Russland.

Die Hälfte könnte bis Ende 2022 ans Netz

Der Zeitplan der chinesichen Regierung ist anspruchsvoll und steht offenbar längst nicht mehr nur auf dem Papier. Die ersten 100 Gigawatt hatte Präsident Xi Jinping im Oktober auf der Uno-Diversitätskonferenz in der südchinesischen Stadt Kunming angekündigt. Die meisten der Projekte seien von der Nationalen Energiebehörde genehmigt. “Etwa die Hälfte könnte bis Ende 2022 am Netz sein”, so Xi Jinpng. Die restlichen 350 Gigawatt sollen bis spätestens 2030 folgen.

Mehr: Spiegel

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