Der neue Macan kommt als Stromer – vorübergehend noch mit Verbrennerzwilling

Porsche gibt Strom bei der Elektrisierung seiner Modellpallette. Der Macan, im vergangenen Jahr nach dem 911 meistverkauftes Modell, soll als E-Fahrzeug spätestens im Frühjahr 2023 in den Autohäusern stehen. Um die Verbrenner-Fans nicht zu vergrätzen, kommt der neue Macan als doppeltes Lottchen, das heißt sowohl als Stromer wie als Fossilfahrzeug auf den Markt.

Porsche Macan Jetzt noch getarnt auf Versuchstour (Foto: Porsche)

Bis jetzt fuhren die Prototypen nur auf dem Werksgelände herum. Seit zwei Tagen kurven sie – gut getarnt – auf öffentlichen Straßen herum. Drei Millionen Kilometer sollen sie in der Real-Welt abfahren unter ganz verschiedenen Bedingungen. Vor vier Jahren hatten die Entwickler damit begonnen, den künftigen E-Macan in 20 digitalen Versionen erst einmal im virtuellen Raum auf Aerodynamik. Energiemanagement, Bedienung und Akkustik zusammenzubauen, bevor es an die Herstellung der physischen Modelle ging.

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Die Anforderungen an den 800-Volt-E-SUV sind hoch – besonders in Hinblick auf das Temperatur-Management. Während bei einem Verbrenner ein Temperaturfenster von 90 bis 120 Grad angestrebt wird, verlangen Elektroantrieb, Leistungselektronik und Hochvoltbatterie Bereiche zwischen 20 und 70 Grad. Die kritischen Situationen treten dabei nicht etwa beim Fahren auf, sondern beim Schnellladen, vor allem wenn es draußen ohnehin warm ist.

Der 800-Volt-Architektur ist im VW-Konzern bislang den Hochpreis-Modellen wie dem Porsche Taycan – und bald auch dem Audi-e-tron GT – vorbehalten. Sie hat den Vorteil, dass dank der hohen Spannung kurze Ladezeiten möglich sind. Zur Motorleistung und zur Reichweite machen die Porsche-Bauer allerdings noch keine Angaben. Doch angesichts der versprochenen Sportlichkeit und in Anlehnung an die Leistung des Porsche-Modells Taycan gehen Insider davon aus, dass das Basismodell 300-Kilowatt auf die Straße bringt. Beim Spitzenmodell sind, ähnlich wie beim Taycan, 560 Kilowatt denkbar. Vergleichbares gilt für die Batterie: Zurzeit bietet die “Premium Platform Electric” 93,4 Kilowattstunden. Unter hundert Kilowattstunden wird Porsche mit dem Macan in zwei Jahren wohl kaum antreten wollen.

Umtaufe geplant?

Das Vorpreschen bei der Elektrifizierung der Modellpallette passt in die angekündigte Strategie des VW-Konzerns wie seiner Marke Porsche. Bis 2030 sollen, so Porsche-Vorstandschef Oliver Blume, über 80 Prozent der Sportwagen-Modelle elektrisch angetrieben sein – Hybrid-Vehikel eingerechnet. Schon in vier Jahren soll jedes zweite Modell elektrisch fahren.

Dass noch in diesem Jahr ein neuer Macan mit Fossilantrieb lanciert wird, tut dem keinen Abbruch. Bei Porsche geht man nach dem Erfolg des nicht geraden billigen, vollelektrischen Taycans gelassen an die Lacierung des E-Macans. Das fossile Parallelmodell ist laut Porsche ein Zugeständnis an die Unterschiedlichkeit der globalen Märkte und der regional verschieden starken Akzeptanz für E-Modelle. Darüber hinaus, so weiß die E-Mobilitätspostille EDISON, steht noch nicht fest, ob der neue E-Macan seinen angestammten Namen überhaupt behält oder unter einer neuen Nomenklatur auf die Straße gelassen wird.

Porsche produziert das Kompakt-SUV in Leipzig. Nach dem Macan werden im Herbst 2024 auch die Nachfolger der 718er Baureihe, also Cayman und Boxter, vollelektrifiziert. Die Reichweite für diese Fahrzeuge soll deutlich oberhalb der 500-Kilometer-Grenze liegen. Und wahrscheinlich im Jahr darauf bekommt Porsches Groß-SUV Cayenne, bislang nur als Hybrid erhältlich, den vollelektrischen Ritterschlag.

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