Recycling könnte Kohlefaserproduktion verbilligen und E-Mobilität einen Schub geben

Kohlefasern sind viel leichter als Stahl und könnten E-Autos zu einer größeren Reichweite verhelfen, wenn deren Karosserien aus dem Material bestünden. Bisher war das sehr teuer. Doch vielleicht ändert sich das jetzt.

Carbon-Elektroauto-Pionier i3 von BMW: Zu teuer, seiner Zeit zu weit voraus (Foto: M 93)

Was war der damalige Konzernchef Bernd Pitschesrieder stolz, als er 2010 den i3 vorstellte, das erste völlig neu konzipierte Elektroauto von BMW. Um möglichst leicht zu sein und maximal weit mit einer Batterieladung zu kommen, besaß der Stromer eine Karosserie aus Kohlefasern, auch Carbon genannt. Leider war die aber sehr teuer, weil die Produktion viel Energie und Arbeitszeit fraß. Kein Wunder, dass der Münchner Autobauer die Herstellung des i3 jetzt aufgibt. Doch tot ist die Carbon-Karosserie deswegen nicht, wie Forscher des staatlichen amerikanischen National Renewable Energy Laboratory (NREL) glauben. Denn sie konnten zeigen, dass sich mit Hilfe von Recycling Kohlefasern viel konstengünstiger und energieärmer produzieren lassen. Nutznießer wäre die E-Elektromobilität, weil E-Autos dann dank der Gewichtsersparnis eine größere Reichweite erzielen könnten.

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Zimmertemperatur statt 1000 Grad

“Kohlefasern sind teuer”, so NREL-Forscher Nicolas Rorrer. “Zudem ist ihre Produktion energieintensiv und nicht gerade klimafreundlich. Sie recyclebar machen könnte in beiden Richtungen weiterhelfen.” Dies ist Rorrer und seinen Leuten mit einem neuartigen chemischen Verfahren auf Basis pflanzlicher Stoffe gelungen, wodurch Kohlefaser wiederverwertbar werden und gleichzeitig Zimmertemperatur anstelle von 1000 Grad Hitze für die Herstellung ausreicht.

20 bis 40 Prozent weniger Treibhausgas

Bei herkömmlichen Autos sparen Carbonkarossen rund 35 Prozent des Treibstoffs. “In der Lage zu sein, Kohlefasern zu extrahieren und zu recyceln, könnte das Material wirtschaftlicher für den Massenmarkt der Elektrofahrzeuge machen”, so NREL-Forscher Rorrer. Zudem würde es den Treibhausgas-Fußabdruck um 20 bis 40 Prozent reduzieren, ohne die Produktionskosten zu erhöhen.

Eigentlich schade, dass der i3 von BMW davon nicht mehr profitieren kann. Gleichwohl bleien die Bayern dabei, das grünste Auto der Welt herstellen zu wollen.

Mehr: CleanTechnica

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