Norwegens Regierung erwägt Verringerung der Subventionen für Elektroautos

Gemessen an der Bevölkerung ist Norwegen Weltmeister bei der Elektromobilität. Doch weil auch die Stromer Platz fressen in den Großstädten, denkt die Regierung nun über die Verringerung der Subventionen für Elektroautos nach. Die Begründung sollte auch Deutschland zu denken geben.

Norwegens Hauptstadt Oslo: Auch Elektroautos nehmen den Bürgern Platz weg (Foto: Alexandra von Gutthenbach-Lindau / pixabay)

Unni Berge scheut keine noch so heftigen Vergleiche. “Eine Kriegserklärung” sei dies, “sowohl gegenüber dem Klima als auch gegenüber wichtigen Investitionen in Elektro-Autos”. Damit meint der Chef des norwegischen Elektro-Auto-Verbandes Überlegungen seiner Regierung, die steuerliche Begünstigung von Elektro-Autos zu reduzieren. Dies würde, so der Lobbyist, “die Wettbewerbsfähigkeit fossiler Autos stärken”.

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Auch Elektro-Autos verstopfen die Städte

Der Aufschrei des Verbandsvertreters gilt der Äußerung einer Direktorin des norwegischen Transportministeriums, die gesagt hatte: “Auch ein Elektro-Auto ist ein Auto, das Platz im Verkehr benötigt. Wir wollen den Verkehr in den Städten reduzieren. Mit einer halben Million Elektro-Autos auf den Straßen nähern wir uns einem Punkt, an dem wir über das Auslaufen von steuerlichen Vorteilen nachdenken müssen.”

Ungehinderte Blechlawinen

Marktführer unter den E-Autos in Norwegen war zuletzt der ID.3 von VW. Gemessen an den Einwohnern entspricht die Zahl der dortigen E-Autos vier Millionen Stromern in Deutschland. Das wären viermal so viele, wie derzeit über die hiesigen Straßen rollen. Doch eine Reduzierung des Autobestandes und eine Befreiung der Städte von den täglichen Blechlawinen ist bisher kein Argument in der Diskussion hier zu Lande über die künftige Subventionierung der Elektro-Autos. Im Vordergrund der Debatte über die Kaufprämien in Deutschland standen bisher der positive Effekt fürs Klima – und der Absatz der Autokonzerne. Die Frage, ob mit den E-Autos weiterhin die Städte zugeparkt werden, spielte bisher keine Rolle. Schade eigentlich.

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