Welcher Fisch gut für Umwelt und Gesundheit ist

Wie sich ernähren, dass es den eigenen Körper stärkt und dem Klima nicht schadet? Neue Studien, zum Beispiel zu Fisch und Meeresfrüchten, helfen bei der Entscheidung.

Fisch essen, hier Makrelen, schont das Klima
Geräucherte Makrelen Nahrhafter und CO2-armer Fisch Bild: Hans/Pixabay

Dass der ungehemmte Fleischkonsum die Erdatmosphäre massiv aufheizt, ist inzwischen Allgemeinwissen. Allein die Rinderzucht ist klimaschädlicher als der Betrieb aller Pkw auf der Welt. Mehr und mehr umweltbesorgte Verbraucher weichen deshalb auf planzenbasierte Lebensmittel aus – in der Erwartung, so zugleich einen Beitrag zur Rettung des Planeten zu erbringen als sich auch gesünder zu ernähren. Oder sie tauschen das Schnitzel öfter mal gegen Fisch.

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Doch wie könnte ein das Immunsystem stärkender, nahrhafter und ökologisch optimierter Speiseplan aussehen?

Fisch zumeist nahrhafter als Fleisch und zudem ökologischer

Da tappten die Konsumenten mangels zuverlässiger Informationen lange im Dunkeln, verließen sich am ehesten auf ihr Gefühl und Aufgeschnapptes. Neueste Studien bringen nun mehr Gewissheiten und erleichtern die Zusammenstellung des Einkaufzettels. So haben Wissenschaftler um den Umweltökonomen Peter Tyedmers von der Dalhousie Universität im kanadischen Halifax akribisch untersucht, welche Meeresfrüchte und -fische nahrhafter sind als Schwein, Geflügel und Rind, aber nur wenige Treibhausgase verursachen. 41 Arten schauten sie sich an.

Das Ergebnis: Wilder Lachs, Kleinfische wie Makrelen und Heringe sowie gezüchtete Muscheln und Austern enthalten mehr gesunde Fette und Vitamine als Fleisch, sind aber weitaus weniger klimaschädlich. Auch Kabeljau fällt in die letzte Kategorie, enthält aber weniger wichtige Nährstoffe als Huhn und Schwein. Besonders schlecht in Sachen Emissionen schneiden Krustentiere wie Hummer und Langusten ab. Nur Rinder versauen das Klima noch schlimmer.

“Jede Gelegenheit, ein Fleischmahlzeit durch Fisch zu ersetzen, ist ein kleiner Gewinn fürs Klima”

Umweltökonom Peter Tyedmers

Unter dem Strich zieht Tyedmers ein klares Fazit. “Jede Gelegenheit, eine Fleischmahlzeit durch Meeresfrüchte oder Fisch zu ersetzen, ist ein kleiner Gewinn fürs Klima.”

Allerdings besteht ein Großteil unseres Speiseplans nicht aus frischen Lebensmitteln. Viel öfter kommen verarbeitete Produkte auf den Tisch, zumeist bestehend aus einer schier unüberschaubaren Liste an Zutaten. Wie deren Umwelt- und Klimawirkung auf die Schliche kommen?

57 000 Lebensmittel auf ihre Umweltschädlichkeit ausgewertet

Forscher der Universität Oxford haben dafür einen Algorithmus entwickelt, der diese misst. Er berücksichtigt Anbau, Verarbeitung und Transport und verknüpft diese Faktoren mit einer Umweltdatenbank hinsichtlich Treibhausgas-Emissionen sowie Land- und Wasserverbrauch. Der Algorithmus errechnet auf einer Skala von 0 bis 100 einen Umwelt-Auswirkungswert, bezogen auf je 100 Gramm des analysierten Produkts. Soweit das Modell.

Aufgeschnittenes Dörrfleisch vom Rind
Dörrfleisch aus Rind Umweltschädlicher geht’s nicht Bild: Daniel Albany/Pixabay

In einer wahren Fleißarbeit bewerteten die Experten dann 57 000 in Irland und dem Vereinigten Königreich in Supermärkten erhältliche Lebensmittel und Getränke. Nicht ganz überraschend bestätigt sich, dass Fleisch und Käsewaren besonders mies abschneiden – im Gegensatz zu Obst, Gemüse und Brot. Als umweltschädlichstes Lebensmittel identifizierten die Forscher Dörrfleisch aus Rind – auch in Deutschland gern gegessen als Snack für zwischendurch.

“Erstmals können Kaufentscheidungen auf Basis gesicherter Informationen getroffen werden”

Oxford-Forscher Michael Clark

Und was ist Burgern, Würstchen und Leberwurst auf planzlicher Basis? Anders als von vielen Umsteigern wohl erhofft, belasten viele der Fleischalternativen das Klima nur marginal geringer – teils weniger als ein Zehntel. Auch auf eine andere überraschende Erkenntnis stießen die Wissenschaftler: Zuckerhaltige Getränke mögen zwar schlecht für die Gesundheit sein; zur Erderwärmung tragen sie nicht nennenswert bei.

Hauptautor der Studie, Michael Clark, wertet die Arbeit als einen Meilenstein. “Mit der Möglichkeit, die Umweltauswirkung von Lebensmitteln und Getränken standardisiert messen zu können. haben wir einen wichtigen ersten Schritt getan, Kaufentscheidungen auf Basis gesicherter Informationen zu treffen.”

Mehr: Nature sciencedaily pnas

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