Ausbau der Windenergie stagniert

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres unter der Ampel-Koalition verharrte der Ausbau der Windenergie auf dem Niveau des Vorjahres. Großer Bremser bleibt der Freistaat Bayern.

Über den Wipfeln herrscht Ruh: In Bayern gingen in der ersten Jahreshälfte ganze drei neue Windanlagen ans Netz (Foto: Lukas Bieri / pixabay)

Ganze 238 neue Windkraftanlagen gingen in der ersten Hälfte dieses Jahres in Deutschland ans Netz, wiederum nur etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum. Unterm Strich erhöhte sich die installierte Windkraftleistung dadurch um 878 Megawatt, das entspricht der Stromerzeugungskapazität eines mittelgroßen Kohlemeilers – und ist viel zu wenig, um die Klimaziele der Ampel-Koalition zu erreichen. Zu den großen Bremsern zählt weiterhin Bayern, wo ganze drei neue Windanlagen in Betrieb gingen, gerade mal gut ein Hundertstel des gesamtdeutschen Zubaus.

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Rigide Abstandregelung in Bayern

Ursache für die Windkraftphopie im Freistaat ist die dortige Abstandsregelung, wonach neue Windanlagen das Zehnfache ihrere Höhe vom nächsten Wohngebäude entfernt sein müssen. Das sind durchaus zwei Kilometer und mehr. Diese sogenannte 10H-Vorschrift will die Ampel-Koalition mit neuen Regeln aushebeln, indem Bayern bis Ende 2026 zunächst 1,1 Prozent und bis Ende 2032 schließlich 1,8 Prozent der Fläche für Windkraftanlagen ausweisen muss. Bei andere Bundesländern sind es sogar 2,2 Prozent.

Lockerungen an Autobahnen und in Gewerbegebieten

Ob die CSU darauf eingeht, ist offen. Einen kleinen Lichtblick gibt es allerdings. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) pocht zwar weiterhin auf der rigiden Abstandsregel. “Wir halten an der 10H-Regel fest”, sagte er kürzlich. Allerdings solle etwa in Gewerbegebieten, an Autobahnen oder in speziell ausgewiesenen Vorranggebieten grundsätzlich ein Mindestabstand von 1 000 Metern gelten.

Mehr: t-online

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