Die Gletscherschmelze in der Antarktis ist nicht mehr zu stoppen – die Meeresspiegel steigen bedrohlich

Bisher war es eine große Sorge, jetzt ist sie wissenschaftlich bestätigt: Höhere Wassertemperaturen und veränderte Winde erwärmen den Pine-Island-Gletscher in einem Ausmaß, das nicht mehr umzukehren ist. Die Schmelze wird zur Gefahr für viele Küstenstädte.

Erkundungsflug über den Pine-Island-Gletscher Es droht der Kollaps des westanarktischen Eisschilds
Foto: Chris Miller/NASA

Die Computermodelle der Klimaforscher spucken das Schreckensszenario schon länger aus. Ein neue Studie der Universität Northumbria im englischen Newcastle lässt nun praktisch keine Zweifel mehr zu: “Sie zeigt, dass die kritsche Schwelle überschritten ist”, sagt Hauptautor Sebastian Rosier vom Fachbereich für Geografie und Umweltwissenschaften.

Schon heute büßt der Pine-Island-Gletscher schneller an Masse ein als jeder andere Gletscher in der eisigen Region rund um den Südpol. Mit dem benachbarten Thwaites Gletscher ist er für zehn Prozent des bisherigen Anstiegs der Meerespegel verantwortlich. Steigende Wassertemperaturen, veränderte Kaltströme der gigantischen Meerespumpen und eine veränderte Hauptwindrichtung in der Amundsen See lassen sein Eis immer schneller schmelzen.

Das Erreichen des Kipppunkts könnte unseren Planeten irreversibel schädigen

Erreicht das Auftauen ein Ausmaß, das einer Erwärmung der Ozeane um 1,2 Grad Celsius entspricht, gibt es kein Zurück mehr, schlagen die Forscher Alarm. Am Ende könnte das gesamte Eisschild in der Westantarktis kollabieren und den globalen Meeresspiegel und mehr als drei Meter anheben, Dann wären Küstenmetropolen wie New York, Dhaka und Rotterdam in großer Gefahr, komplett überspült zu werden. Wetterextreme wie jüngst in Australien würden häufiger werden.

Wissenschaftler warnen seit langem vor solchen Kipppunkten (englisch: Tipping points) im Klimageschehen, die unseren Planeten auf lange Zeit irreversibel beschädigen. Zu den Mahner gehört etwa der langjährige Ko-Vorsitzende des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker. Im Exklusiv-Interview mit Greenspotting lässt er an den Folgen keinen Zweifel aufkommen: “Die Welt wird wohl das 2015 bei den Pariser Klimaverhandlungen vereinbarte Ziel verfehlen, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius zu begrenzen.”

Mehr: ScienceDaily

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