Prognose: Verkauf von E-Autos bricht ein

War’s das schon mit dem Boom bei E-Autos? Der bekannte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet, dass sich der Absatz bis 2024 halbiert. Hier die Gründe.

Teurer Strom, geringerer Bonus - bricht der Absatz von E-Autos jetzt ein?
Stromer an der Ladesäule Düstere Prognose für E-Autos Bild: Benjamin Marder/Pixabay

15 Millionen E-Autos sollen 2030 über deutsche Straßen kurven. Zum Schutz von Klima und Umwelt. So hätte es die rot-grün-gelbe Berliner Ampelregierung gern. Das Ziel könnte einer neuesten Prognose des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer zufolge in weite Ferne rücken.

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Der Chef des Duisburger Center Automotive Research (CAR) rechnet damit, dass die Händler 2024 nurmehr 362 000 Steckerfahrzeuge verkaufen. Etwa halb so viele wie dieses Jahr, in dem 720 000 E-Mobile Käufer fanden. Der Marktanteil der Stromer halbiert sich damit ebenfalls nahezu – er rutscht auf 14 Prozent. Schon im kommenden Jahr bricht der Absatz demnach auf 484 000 Stromer ein.

Geringere Boni für E-Autos

Drei Entwicklungen führen zum Einbruch der Verkaufszahlen:

  • Es fehlt an bezahlbaren Klein- und Mittelklassewagen. 28 der aktuell verfügbaren 73 Modelle sind SUV-Dickschiffe. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt über 50 000 Euro. Einzig chinesische Hersteller wie BYD planen den Verkauf von E-Autos für Kleinverdiener für unter 14 000 Euro.
  • Der Staat kappt den Bonus für die Anschaffung der Sauberkarossen vom neuen Jahr an spürbar. Er sinkt je nach Listenpreis auf eine Spanne zwischen 4500 und 6750 Euro. Vorher gab es Umweltprämien von 7500 bis 9000 Euro. Zudem hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den Fördertopf gedeckelt. Dudenhöffer schätzt, dass er Ende 2023 ausgeschöpft sein wird.
  • Strom tanken wird massiv teurer. Betreiber öffentlicher Ladesäulen rufen in der Spitze bis zu 79 Eurocent je Kilowattstunde auf. Immerhin ist Entlastung in Sicht. Die Bundesregierung will einen Preisobergrenze von 44 Eurocent festschreiben und rasch 1000 neue E-Tankstellen einrichten. Dennoch bleibt das Netz äußerst dünn.

Auch jüngste Meldungen über ein angebliches E-Auto-Verbot bei Stromengpässen in der Schweiz schüren Ängste unter potentiellen Käufern. Könnte Frankreich nachziehen, wo Regierungssprecher Olivier Véran die Bürger vor einer Stromkrise warnt? Und droht auch deutschen E-Fahrern eine Zwangspause, um Blackouts zu vermeiden?

Drohende Fahrverbote für Stromer bei Energieengpässen

Experten beruhigen. In der Schweiz würden Steckerautos nur in einer Extremsituation vorübergehend stillgelegt. Dass sie eintritt – eher unwahrscheinlich. Das gelte auch für Deutschland.

Bei allen Fragezeichen: Hiesige Anhänger elektrischer Antriebe dürfen sich auf eine Flut neuer Modelle freuen, die nach einer Übersicht des ADAC im neuen Jahr in die Autohäuser kommen. Von mindestens 38 Neuzugängen berichtet der Automobilclub. Viele stammen von relativ unbekannten Produzenten, die neu auf den Zukunftsmarkt drängen. Oder wer hat schon einmal von Vinfast aus Vietnam gehört?

Mehr: elektroauto-news e-fahrer Handelsblatt agrarheute adac

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