Elektroautos: BYD aus China erobert Platz 1 weltweit

Globale Elektroauto-Produktion (Global EV-Production): Von den rund zehn Millionen produzierten Elektroautos (einschließlich Hybride) weltweit stammte im vergangenen Jahr mehr als jedes sechste Fahrzeug von BYD (Grafik: Visual Capitalist)

2022 wird als Wendepunkt in der Geschichte der Elektroautos eingehen: Der chinesische Hersteller BYD konnte seine Verkäufe mehr mehr als verdoppeln und ließ erstmals alle anderen Wettbwerber weltweit hinter sich.

Der große Sprung – so nannte der einstige chinesische Staatschef Mao Zedong die Kampagne, mit der er das Reich der Mitte in den Jahren 1957 bis 1961 aus der Armut führen wollte. Zwei Generationen später gelang dem chinesischen Autobauer BYD (für Build Your Dreams) ein großer Sprung in eigener Sache, der als Wendepunkt in die Geschichte des Elektroautos eingehen wird. Wie neueste Zahlen zeigen, gelang BYD im vergangenen der Sprung an die Weltspitze, indem der Konzern seine Verkaufszahlen mehr als verdoppelte und alle anderen Marken weltweit erstmals hinter sich ließ. Insgesamt 1,86 Millionen Elektroautos produzierte BYD 2022, darin waren auch Hybride enthalten, die so sowohl mit Strom als auch mit Benzin fahren. Das waren 211 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit verwies das Unternehmen den US-Rivalen Tesla vom ersten auf den zweiten Platz.

Debakel für Volkswagen

Die Entwicklung hatte sich schon in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres abgezeichnet, in denen BYD erstmals an die Weltspitze gestürmt war. Die Zeitenwende auf dem E-Automarkt ist zugleich ein Debakel für den Volkswagen-Konzern, nach Stückzahlen den zweitgrößten Fahrzeughersteller der Welt. Der Riese aus Wolfsburg, im vergangenen Jahr noch zweitgrößter Elektroauto-Produzent hinter Tesla, fiel auf Platz drei zurück. Mit einem Plus von zehn Prozent wuchs VW bei den Elektroautos so langsam wie kein anderer unter den zehn größten Herstellern der Welt. Nicht großartig besser schnitten die anderen beiden deutschen Anbieter ab. Mercedes gelang nur eine Steigerung um 20 Prozent, BMW um 32 Prozent.

Dreistelliges Wachstum auch bei anderen Chinesen

Die miese Performance bei den Elektroautos ist ein schlechtes Omen für die deutschen Hersteller, allen voran für den Volkswagen-Konzern, der damit auf seinem wichtigsten Markt China immer weiter ins Hintertreffen zu geraten droht. Denn chinesische Wettbewerber aus der zweiten Reihe stoßen mit mehr als dem zehnfachen Wachstum in die oberen Ränge vor. So legte Geely, der Mutterkonzern des schwedischen Autobauers Volvo, mit E-Autos seiner eigenen Marke um 251 Prozent zu. Dessen Wettbwerber CAC und Cherry steigerten ihre Stückzahlen immerhin jeweils um rund 130 Prozent. Für VW ist das insofern ein Warnsignal, als der neuen Weltmarktführer BYD die künftige Elektroauto-Flotte des deutschen Autovermieters Sixt bestücken wird. Was, wenn andere Vermieter dem Beispiel folgen und sich ebenfalls bei chinesischen Herstellern bedienen?

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